Zum Unterricht

Während der Grundschulzeit sollen die Kinder tragfähige Grundlagen in den Bereichen Lesen, Schreiben, Rechtschreiben und Rechnen erlangen. Daher wird ein Großteil des Unterrichts auf die Lernbereiche Deutsch und Mathematik verwandt, die allerdings häufig nach fächerübergreifenden Prinzipien mit anderen Lernbereichen verknüpft sind.

Der konfessionellen Bekenntnisschule entsprechend, wird das Fach kath. Religion in viele Unterrichtssequenzen miteinbezogen.

1. Religionsunterricht

Eine Konfessionsschule, die sich vom leuchtenden Vorbild des Martin von Tours inspirieren lässt, bietet für die Entfaltung des Religionsunterrichts als Träger schulischer Spiritualität eine sehr lebensnahe Grundlage. Ausgehend vom Beispiel unseres Namenspatrons wollen wir das Wort „RELIGION“ didaktisch buchstabieren und in unserem Religionsunterricht lebendig werden lassen:

R wie Rückbindung

Der Religionsunterricht schafft Raum für Bindungen und Beziehungen.

E wie Entdeckung:

Die Kinder sollen religiöse Inhalte entdecken und sinnenhaft, erzählend, spielend, tanzend und gestaltend ausdrücken und verarbeiten.

L wie Lernfreude:

Der Religionsunterricht soll zum guten und freudigen Lernen verlocken.

G wie Gegenwärtigkeit:

Religionsunterricht zeigt den Schülerinnen und Schülern: Das ist für dich geschrieben, gemalt, gesprochen. Darin kommst du vor mit deinem eigenen Leben.

I wie innere Einkehr:

Der Religionsunterricht hilft Unterbrechungen der permanenten Eindrücke und Beschäftigungen zu schaffen und Räume zu öffnen für die eigene innere Welt.

O wie Offenheit:

Der Religionsunterricht öffnet sich dem Leben und Lernen der Kinder auf verschiedene Weise:

  • Öffnung der Lernformen: Religiöses Lernen ist Lernen mit Kopf, Herz und Hand
  • Öffnung der Lernräume: Religiöses Lernen ist Lernen vor Ort und das Aufbrechen räumlicher Lernbegrenzung.
  • Öffnung der Lerngruppen: Der Religionsunterricht lebt ein geschwisterliches Modell des Miteinanders von Kulturen und Religionen.

N wie Nachbarschaft:

Der Religionsunterricht baut ein Haus für alle und bietet jedem Wohnung. Er zeigt Offenheit für andere Kulturen, Religionen und Konfessionen und sucht Zeiten für die gemeinsame Feier und das Gespräch.

Ausgangspunkt für den Religionsunterricht an unserer Schule ist der Schulalltag mit seinen komplexen Anforderungen, aber auch mit seinen vielen Möglichkeiten und Chancen. In diesem Alltag kann der Religionsunterricht ein inneres Zentrum fördern, aus dessen Mitte heraus gehandelt wird und die spirituelle Dimension unserer Wirklichkeit spürbar werden lässt.

2. Deutsch

2.1. Lernbereich Lesen

Als wichtigen Arbeitsschwerpunkt in der Sprache betrachten wir die Entwicklung von Lesemotivation und Literaturerziehung, die  zu der Kompetenz führt, sinnentnehmend und sicher zu lesen:

Zur Prophylaxe setzen wir im Erstleseunterricht Lautgebärden bei allen Schülern ein, um den Lese-Lernvorgang sinnenhaft zu unterstützen und damit Freude, leichte Erfolgserlebnisse und einfache Prägnanz zu gewährleisten.

2.2. Lernbereich Schreiben/Rechtschreiben

Erfolgreiches schreiben lernen in der Grundschule bedeutet, dass Kinder in der Lage sind, Texte orthographisch richtig zu schreiben und dabei bestimmte Stilmittel zu beachten. So müssen sie z.B. berücksichtigen, an welchen Adressaten der Text sich richtet und zu welcher Textsorte (z.B. Brief, Anleitung, Bericht…) er gehört.

In unserem Rechtschreibunterricht geht es darum, den Kindern zu ermöglichen, kompetente Rechtschreiber zu werden. Dies meint, dass die Kinder im Laufe der Grundschuljahre stufenweise an die deutsche Rechtschreibung herangeführt werden. Sie üben Rechtschreibstrategien ein und wenden diese am konkreten Wort, das sie schreiben wollen, sicher an.

Grundlagen und Prinzipien unseres Anfangsunterrichts

Im Anfangsunterricht beginnen die Kinder mit der Druckschrift, als Lese- und Schreibausgangsschrift, da diese einfacher zu erlernen ist und die Schülerinnen und Schüler in ihrer Umwelt häufig mit gedruckten Texten umgehen.  Als verbundene Schrift wird frühzeitig die lateinische Ausgangsschrift eingeführt.

Der Ansatz für  orthographisch richtiges Schreiben ist im Anfangsunterricht das Schreiben von lauttreuen Wörtern, wobei sprachsystematische Prinzipien berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass zunächst typische Schreibungen der deutschen Sprache eingeübt und verinnerlicht werden. Lesen und Schreiben sind hier aufeinander bezogene Vorgänge. Grundlage für diesen Prozess ist die phonologische Bewusstheit, welche die Kinder in der Schule weiter entwickeln. Die Zuordnung von Lauten und Buchstaben, das Abhören von Lauten, Segmentieren von Wörtern und das Silbenschwingen werden von Anfang an intensiv im Klassenunterricht und in Einzelarbeit geübt. Die Einführung der Vokale (Königsbuchstaben) und der dehnbaren Konsonanten (z.B. Mm, Ll, Ss) stehen am Anfang unseres Unterrichts. Die Auswahl der Wörter richtet sich nach dem Prinzip „Vom Leichten zum Schweren“. Die zweisilbigen Wörter mit offenen Silben (z.B. Mama, Lola…), sind die ersten Wörter, die  verschriftlicht bzw. erlesen werden. Die Buchstaben und die Laute werden durch die Einführung einer Gebärde (s. Kieler Lautgebärden) verknüpft und so noch intensiver im Gehirn verankert. Ebenso ist die Silbe als Grundlage für den Aufbau eines Wortes ein wichtiger Bestandteil des Lernens. Beim Silbenschwingen wird die Anzahl der Silben bestimmt; dann werden schrittweise die Buchstaben in die einzelnen Silben eingeordnet.

Fortsetzung des Rechtschreibunterrichts im Anschluss an den Anfangsunterricht

Der Rechtschreibunterricht im Anschluss an die Anfangsphase beinhaltet die Vermittlung von Rechtschreibregeln- und strategien für das Schreiben von Wörtern sowie das Nachschlagen bei Unklarheiten. Ziel ist die Entwicklung eines Rechtschreibgespürs.  Dabei arbeiten wir mit Hilfe der Fresch-Methode. Das Sprechschwingen bleibt weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Rechtschreibunterrichts. Hinzu kommt das rhythmische Verlängern, um das Wortende bestimmen zu können (z.B. Hund, Hunde). Das Ableiten von Wörtern berücksichtigt die morphematische Struktur eines Wortes und wird als Strategie verwendet, um z.B. bei ä/e, äu/eu die Schreibung zu bestimmen (Apfel – Äpfel). Außerdem üben wir mit den Kindern Merkwörter ein, deren Schreibungen sich nicht durch Strategien ableiten lassen. In der Anfertigung von freien eigenen Texten und in gesonderten Lernzielüberprüfungen werden die gelernten Regeln und Strategien sowie  die richtige Schreibung der Merkwörter angewandt und kontrolliert.

Zurzeit verwenden wir für den Deutschunterricht Materialien des Schulbuches „Zebra“ (Klett-Verlag), das Relv-Konzept sowie verschiedene Orthographiekurse und Textvorlagen zu bestimmten Rechtschreibphänomenen (z.B. Veris-Verlag, Finken-Verlag).

3. Mathematik

Der Mathematikunterricht an unserer Schule stellt einen am Kind und seiner unmittelbaren Umwelt orientierten Unterricht dar. So stellen wir das entdeckende Lernen  mit verschiedenen Aufgabenformaten in den Vordergrund. Dabei gilt es, in allen mathematischen Bereichen (Arithmetik, Geometrie und Sachrechnen) unterschiedliche Lösungswege der Kinder zu beachten und zu fördern, d.h. die Wege zum erstrebten Ziel zu beachten und bei Fehleranalysen an diesen Stellen besonders anzusetzen.

Das Lernen und Rechnen der Kinder wird dabei durch vielfältiges Material unterstützt und folgt immer dem Weg von der enaktiven Ebene (handelnd), über die ikonische Ebene (bildlich) zur symbolischen Ebene (formal oder verbal). Dabei werden Übungsformen angeboten, die einen kreativen, operativen, konstruktiven und entdeckenden Lösungsansatz erfordern, der möglichst in einem Umwelt betreffenden Sinnzusammenhang steht.

4. Sachunterricht

Im Sachunterricht lernen die Kinder ihre Lebensumwelt kennen und verstehen. Was sie an Erfahrungen und Wissen mitbringen, wird im Unterricht aufgenommen, geordnet und systematisiert. Dabei bemühen wir uns, das Interesse der Kinder auch für solche Fragen, Probleme und Aufgaben zu wecken, mit denen sie bisher nicht in Berührung gekommen sind. Beispielhaft sind folgende Themen zu nennen: gesunde Ernährung, umweltbewusstes Verhalten, Verkehrserziehung, der menschliche Körper, Tiere, Wärme, Licht und Feuer, Wasser, Luft und Schall, Bauwerke und Fahrzeuge, die Geschichte des Heimatortes usw.

Viele Inhalte ziehen sich nach dem Spiralprinzip durch alle 4 Schuljahre, mit unterschiedlicher thematischer Ausrichtung. Hier sind z. B. die Schwerpunkte der Verkehrserziehung in Zusammenarbeit mit der Polizei zu nennen: das Schulwegtraining im 1. Schuljahr, Radfahrtraining und Sicherheitsparcours des ADAC auf dem Schulhof in der 2. und 3. Klasse sowie die Radfahrausbildung im 4. Schuljahr mit anschließender Radfahrprüfung.

5. Englischunterricht

Der Umgang mit einer fremden Sprache zählt heute zu den notwendigen Kulturtechniken. Ziel des Englischunterrichts ist es, den Kindern sprachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, elementare englische Äußerungen zu verstehen, selbst zu produzieren – und vor allem Freude daran zu haben. Dabei erfahren sie, dass die englische Sprache ein wichtiges Medium zur Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen ist.

Grundsätzlich wird der Englischunterricht der Grundschule in spielerischer Form gestaltet. Am Ende des 3. Schuljahres haben die Kinder ihre Fähigkeit des Hörverstehens immer wieder geübt und verfügen über einen grundlegenden Wortschatz. Im 4. Schuljahr wird das Gelernte gefestigt und erweitert sowie der Umgang mit der geschriebenen Sprache verstärkt und geschult.

6. Musikunterricht

Jegliches musikalische Tun setzt die Fähigkeit zu einem sensiblen und unterscheidungsfähigen Hören voraus.

Unser akustischer Sinn, der bereits in der 16. Schwangerschaftswoche so weit ausgebildet ist, dass er Informationen aufnehmen, umwandeln und weiterleiten kann, ist der sensibelste menschliche Wahrnehmungsbereich. In der heutigen Zeit ist er besonders belastet durch unsere von akustischen Reizen überflutete Umwelt. Dadurch erfolgt eine emotionale, mentale und physiologische Reizüberflutung, die zu Konzentrationsmangel, Passivität, Lustlosigkeit und bereits im Kindes- und Jugendalter zu nicht unerheblichen Gehörschäden führt. Eine bewusste und kreative musikalische Erziehung, die das differenzierte Hören im gemeinsamen Singen und Musizieren fördert, kann diesen Auswirkungen vorbeugen.

Neben der Schulung des Hörens ist es für das Kind besonders wichtig, sich spontan aktiv musikalisch auszudrücken und sich im gemeinsamen Singen und Musizieren intensiv zu erfahren.

Eine Erweiterung der musischen Erziehung in unserer Schule findet statt durch die Zusammenarbeit mit der städtischen Musikschule.

7. Unterrichtsmethoden

Unser Unterricht orientiert sich stets am Kind und seiner Umwelt. Dabei berücksichtigen wir unterschiedliche Lernformen und – methoden nach den Prinzipien eines lebendigen und fördernden Frontalunterrichts und den Prinzipien von offenen Unterrichtsformen, wie z. B. Wochenplan, Stationenlernen, Projekte usw. sowie fächer- und jahrgangsübergreifendes Arbeiten. Eine wesentliche Voraussetzung sind in diesem Zusammenhang für anschauliches und lebensnahes Lernen außerschulische Lernorte. Viele ehrenamtlich engagierte Experten bereichern unser Schulleben zu den verschiedensten Themen mit Vorträgen, AGs usw. (z.B. über das Leben einheimischer Tiere, Wald-AG, usw.)

Dabei ist unsere Schule ein Ort des Miteinander-Lebens und -Lernens. Besonders sensibilisieren und stärken wir die Kindern in Partner- und Gruppenarbeit für ein faires, authentisches soziales Miteinander-Umgehen.

8. Förderunterricht

8.1. Feststellung des individuellen Lernstandes

Zu Beginn der Schulzeit im Rahmen der  flexiblen Schuleingangsphase ist eine intensive Lernstands- und Förderdiagnostik für jeden Schüler wichtig. Unmittelbar nach der Schulanmeldung wird im Dezember das Schuleingangsprofil  jedes Kindes anhand von Beobachtungen und Tests erstellt. Dies geschieht im Rahmen eines Unterrichtsspiels.  Dieses Spiel wird vormittags in vier bis sechs Gruppen von 2 Lehrpersonen durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Erhebung werden ausgewertet und bei festgestelltem Unterstützungsbedarf den Eltern in Einzelgesprächen mitgeteilt. Ziel dieser Mitteilungen ist  eine gezielte vorschulische Förderung, die das Kind bis zur Einschulung unterstützen soll. Jedes Kind bringt unterschiedliche Voraussetzungen in den Lernbereichen, in den basalen und sozialen Fähigkeiten mit in die Schule. Diese werden nach der Einschulung über  die fortlaufende Beobachtung und Diagnostik festgehalten. Diese Dokumentationen stellen die Grundlage für die Erstellung von individuellen Förderplänen dar. Diese werden im Laufe der Grundschulzeit  regelmäßig evaluiert und überprüft, damit die Fördermaßnahmen entsprechend weitergeführt werden können.

Kinder mit leichtem Förderbedarf werden mit innerer Differenzierung in der Klasse gefördert.

Die Kinder mit hohem Förderbedarf fassen wir in kleinen Gruppen nach unterschiedlichen Lernschwerpunkten zusammen.  Diese Gruppen arbeiten zeitlich und von der Gruppenzusammensetzung her flexibel und offen.

8.2. Förderung im sprachlichen und mathematischen Bereich
Leseförderung

An unserer Schule findet Leseförderung auf sehr vielfältige Weise statt.

Bereits ab Klasse 1 lesen wir in der Klasse vor, um den Kindern Freude am Lesen zu vermitteln. Das Lernen des Lesens unterstützen wir mit Lautgebärden zu jedem Buchstaben; erste Worte werden in Silben gelesen.  Zur täglichen Übung stehen in jeder Klasse Lesehefte und eine Klassenbücherei zur Verfügung.  Auch in der großen Schulbücherei in der Aula unserer Schule haben alle Kinder die Möglichkeit, spannende Lektüren auszuleihen. Im Laufe der ersten Schuljahre besuchen wir  die Stadtbücherei. Jedes Kind erhält einen Leseausweis und kann in der Freizeit selbständig das Leseangebot nutzen. Auch die Eltern unterstützen ihre Kinder regelmäßig, indem sie z. B. im Lesepass der Kinder die Lesezeit abzeichnen. Jede Klasse unserer Schule nutzt das Programm „Antolin“ zur Leseförderung. Über die o.g. Leseförderung hinaus  gibt es an unserer Schule immer wieder folgende zusätzliche Angebote:

  • Autorenlesungen (1mal im Jahr)
  • Lesenächte
  • Teilnahme am Tag des Vorlesens der Stiftung Lesen
  • Vorlesetage zu verschiedenen Themen
  • Klassenlektüren (mind. 1mal im Jahr)
  • Adventskalender zum Lesen/ Vorlesen
  • Erstellen von Klassenzeitungen und Geschichtenbüchern und Leseheften
  • „Mini-Klasse“ vom Generalanzeiger
Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben und von Kindern mit Migrationshintergrund

Auf der Grundlage der Beobachtung und Diagnostik der Klassenlehrerin werden regelmäßig stattfindende Gruppen im Bereich Lesen und Schreiben innerhalb der Jahrgangstufe eingerichtet. Die Gruppengröße beträgt dabei maximal 10 Kinder, die zweimal wöchentlich parallel zum Deutschunterricht in einer Kleingruppe von einer Förderlehrerin gefördert werden. Die Inhalte der Arbeitsgruppe basieren auf der Förderplanung. Daneben bilden die Inhalte der FRESCH-Methode  und des Kieler Leseaufbaus  die inhaltliche Grundlage der Förderung. So werden auch hier das Silbenschwingen beim Schreiben und Lesen langer Wörter und der Aufbau der Rechtschreibstrategien wie das rhythmische Verlängern, das Ableiten und die Merkwörter weiter geübt und verinnerlicht. (siehe auch Rechtschreibkonzept). Die Eltern werden in Beratungsgesprächen über Schwierigkeiten ihres Kindes im Lesen und/oder Schreiben informiert.

An unserer Schule gibt es einige Kinder mit Migrationshintergrund, deren unterschiedliche Deutschkenntnisse ein stark differenziertes Arbeiten notwendig machen. Diese Schüler erhalten regelmäßig Förderunterricht in deutscher Sprache. Dabei wird die Sprachförderung immer mit Inhalten verknüpft, die einen Bezug zu den Interessen der Kinder und den Themen des allgemeinen Unterrichts haben und sich sprachhandlungsorientiert umsetzen lassen.

Förderung in Mathematik

Der Schwerpunkt unserer individuellen Förderung in Mathematik liegt darin, Kindern ein grundlegendes mathematisches Verständnis zu vermitteln. Neben der inneren Differenzierung fördern wir Kinder extern in einer kleinen Gruppe entsprechend ihrer Lernausgangslage und anhand des erstellten Förderplans durch die Klassenlehrerin und der Förderlehrerin. In unserem Mathematikunterricht arbeiten wir  mit dem Lehrwerk „Zahlenbuch“. In diesem Lehrwerk werden jegliche Inhalte nach dem Prinzip „enaktiv (Handlung), ikonisch (Bild) und symbolisch (Wort, Schrift, Zahl)“ erarbeitet und auf den Ebenen „Reproduzieren, Zusammenhänge herstellen und schließlich Verallgemeinern, Reflektieren, Strategien entwickeln“ erarbeitet. Dazu bietet das Zahlenbuch zahlreiches Anschauungsmaterial. Mit jedem Kind werden Strategien entwickelt, um unterschiedliche Operationen individuell lösen zu können, damit jeder Schüler im Matheunterricht auf seinem Lernstand erfolgreich mitarbeiten kann. Sach- oder Textaufgaben werden über die Handlung verständlich vermittelt und verschiedene Lösungsstrategien  entwickelt.

8.3. Schulspezifische Besonderheiten und Schwerpunkte der Förderung
Sportförderunterricht

 Der Sportförderunterricht ist ein schulisches Zusatzangebot, bei dem Kinder mit Bewegungsbeeinträchtigungen und besonderen Einschränkungen in den Wahrnehmungsbereichen einmal wöchentlich gefördert werden können.  Wir wollen diese Kinder besonders in den ersten beiden Schuljahren unterstützen. Der Unterricht findet immer in einer Kleingruppe statt. Der Spaß und die Freude am Sporttreiben stehen dabei im Vordergrund.

Außerunterrichtliche Arbeitsgemeinschaften

 Die grundlegenden Fertigkeiten im Umgang mit einem Ball in einer Teamsportart fördern bei den Kindern die Koordination, ihre Ausdauer und ihre Teamfähigkeit. Für unsere dritten und vierten Klassen können wir im außerunterrichtlichen Bereich folgende Teamsportarten durchgehend anbieten: Basketball-AG und Handball-AG.

Musikalische Förderung

 Viele Untersuchungen weisen darauf hin,  dass eine bewusste und kreative musikalische Erziehung, die das differenzierte Hören im  gemeinsamen Singen und Musizieren fördert, die Auswirkungen unserer lärmüberfluteten Umwelt lindern kann und durch die Entfaltung musikalischer Fähigkeiten  den Entwicklungsprozess unserer Kinder ganzheitlich fördert. An der aktiven Musikausübung sind meistens die linke und die rechte Körperhälfte gleichermaßen beteiligt. Durch die Betätigung beider Arme und Hände, beider Füße, beider Ohren (…..) usw. werden beide Gehirnhemisphären aktiviert und miteinander verbunden, was sich positiv auf die Lernentwicklung auswirkt. Vor allem den Kindern mit auditiven Differenzierungsschwächen und dadurch bedingten sprachlichen Schwierigkeiten hilft – wie in unserem Schulprogramm dargestellt – die musikalische Schulung des Hörens. Neben dieser Schulung ist es für das Kind besonders wichtig, sich spontan aktiv musikalisch ausdrücken und sich im  Singen und Musizieren intensiv erfahren zu können. Im Klassenverband und in der Schulgemeinschaft werden dabei das Liedgut und das musikalische Repertoire der Schule gepflegt und weiterentwickelt. Gemeinsames musikalisches Tun setzt ein  bewusstes, sensibles Aufeinander-Hören voraus, wodurch auch die soziale und emotionale Kompetenz der Kinder gestärkt wird. Da einer unserer schulischen Schwerpunkte im gemeinsamen Feiern besteht, lernen unsere Schüler ganz selbstverständlich, einen musikalischen Beitrag im Rahmen der gesamten Schule zu gestalten.

Förderung durch Feste und Feiern

 Feste und Feiern sind ein fester und regelmäßiger Bestandteil unseres Schullebens. Ziel der Förderung durch die Gestaltung dieser festlichen Anlässe ist die Stärkung der Selbstkompetenz und der Persönlichkeit der Kinder. Spezielle Fähigkeiten wie Kreativität, musikalische Begabung, darstellerische und gestalterische Kompetenzen werden in ihrer Entfaltung unterstützt.

Förderung im Bereich „Natur, Umwelt und Technik“
 – Tüftler- Arbeitsgemeinschaft

 Unsere Tüftler-AG findet in der Regel immer im vierten Schuljahr statt. Sie wird initiiert und durchgeführt von engagierten Eltern. Ziel ist es, interessierte Schülerinnen und Schüler an erfahrungs- und praxisorientiertes Lernen im Bereich der Technik und der Programmierung heranzuführen. Es geht dabei um den Bau von Robotern, die nach einem bestimmten System so programmiert sind, dass sie später bei einem Parcours im Rahmen eines schulübergreifenden Wettbewerbs möglichst viele Bausteine in einer bestimmten Zeit einsammeln können.

– Natur- und Waldtage

Da der Wald fußläufig von unserer Schule aus erreichbar ist, nutzen alle Klassen ihn regelmäßig als Lernort. Im Wald lernen die Schüler Werte, wie z.B.    einen verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen Ressourcen kennen. Darüber hinaus wird ihnen ein vielfältiges Wissen  vermittelt, die Bildung eines ganzheitlichen Welt- und Menschenbildes, sowie das Einbinden von Erkenntnissen und Erfahrungen in den lebenspraktischen Alltag.  Ganzheitliches Lernen nach Pestalozzis Konzept „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ ist hier ein wesentlicher Aspekt.

– Wald-Arbeitsgemeinschaft mit Frau Kampler

 Im 14tägigen Rhythmus gehen die Kinder mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten in den Wald. Unter Anleitung von Frau Kampler lernen sie freies und angeleitetes Spielen und Entdecken im Wald. Die Förderung findet auf unterschiedlichen Ebenen statt: im sozialen Bereich des Miteinander, im Lernen und Üben der Ausdauer, in der Vertiefung der Wahrnehmung und Entwicklung von basalen Fähigkeiten, wie z.B. klettern, fühlen, sehen, hören

– Bildung für nachhaltige Entwicklung

 Unsere Schule engagiert sich seit 2010 im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)“ und nimmt am Ministeriumswettbewerb Schule der Zukunft teil. Durch diesen Schwerpunkt in unserem Konzept ergeben sich vielfältige Chancen in der Bildung von Kindern, die soziales sowie umweltverträgliches und praktisches Engagement erfordern. Besonders vertiefen wir die Bereiche Naturausflüge, Schutz von Insekten, Schmetterlingen und Wildbienen durch Bau von Nistkästen sowie durch Arbeiten im Schulgarten. Ein weiterer Schwerpunkt ist der  „Faire Handel“ in all seinen grundschulspezifischen Facetten.

Förderung im sozialen Bereich
–  Streitschlichtertraining

Streitschlichtung ist eine Form der Mediation, die zur Beilegung eines Konfliktes angewendet wird. Die Konfliktparteien sollen durch die Unterstützung einer dritten Person zu einer gemeinsamen Vereinbarung gelangen, die ihren Bedürfnissen entspricht. Über das Gespräch finden beide Parteien eine Lösung ohne Gewalt. Zu Beginn des dritten Schuljahres werden interessierte Schüler zum Streitschlichter ausgebebildet, um dann ab dem zweiten Halbjahr der dritten Klasse, als Schüleraufsicht in den Pausen, mit eingesetzt zu werden.

Förderung in Projekten
– Projekt „ Bad Honnef tanzt“

Bad Honnef tanzt“ wurde gegründet und geleitet von der Tänzerin und Choreografin Anna-Lu Masch, die ihre Freude für Bewegung, Musik und Tanz mit Leidenschaft an die jungen Menschen weitergibt. Seit 2012 nehmen jeweils zwei Klassen unserer Schule am Projekt „Bad Honnef tanzt“ teil. Am Ende einer solchen Projekteinheit steht immer eine Ergebnispräsentation.

– Unser Zirkusprojekt

 Alle vier Jahre führen wir mit der gesamten Schule eine Projektwoche zum Thema Zirkus` durch.

Dazu arbeiten ausgebildete  Zirkuspädagogen intensiv eine Woche mit unseren Kindern und vermitteln ihnen unterschiedliche Zirkusgenres. Am Ende der Woche wird das Gelernte in einer großen ´Zirkusshow` den Eltern, Verwandten und Freunden präsentiert. Der Zirkus bietet auf eine einmalige Weise die Möglichkeit, die Kinder im Selbstvertrauen, der Grenzerfahrung und Teamfähigkeit zu fördern.

Hierfür werden die Klassen gemischt. Das Erlebnis in der Gruppe ist für alle Schüler und Schülerinnen eine wichtige Erfahrung. Sie lernen sich auf ihre Auftrittspartner zu verlassen. Andererseits merken sie, dass sie für ihren Auftritt und ihre Mitschüler Verantwortung tragen. Erfolge und Misserfolge können einmal ganz anders erlebt und verarbeitet werden. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, im Schulalltag festgefahrenes Rollenverhalten  zu ändern und  zu einem entspannten Miteinander zu gelangen.

9. Bewertung

Grundlage der Leistungsbewertung sind die Kompetenzerwartungen, welche  die Richtlinien und Lehrpläne für die einzelnen Fächer vorgeben. Die Bewertung der Leistungen wird in verbaler und/oder in Form von Noten (sehr gut – ungenügend) erteilt. Im ersten und zweiten Schuljahr erhalten die Kinder am Ende des Jahres ausschließlich eine verbale Beurteilung. Im dritten Schuljahr werden ihre Leistungen  mit einer Beschreibung und mit Noten bewertet. Im vierten Schuljahr bekommen die Schülerinnen und Schüler Ende Januar und im Sommer ein reines Notenzeugnis. Die Leistungsbewertung  bezieht sich auf mündliche, schriftliche und praktische Leistungen der Kinder. Sie bezieht sich darüber hinaus auf die Mitarbeit, auf aktive, auch selbstinitiierte Tätigkeiten und den Einsatz in gemeinsamen Aktivitäten mit anderen Schülerinnen und Schülern.

Bei der Leistungsbewertung der Schülerinnen und Schüler nutzen wir auf der einen Seite die anspornende Wirkung des Vergleichens – auf der anderen Seite bewahren wir uns eine Sensibilität für die Einzigartigkeit jedes Kindes und seiner individuellen Begabungsstruktur, damit die Gesellschaft von morgen neben einem angemessenenKonkurrenzdenken auch über  ein ausgeprägtes  Kooperationsverhalten verfügt.

11. Arbeitsgemeinschaften und weitere Angebote

Arbeitsgemeinschaften schaffen ein vielfältiges Interessenangebot, damit die Kinder entsprechend ihren Neigungen Freude und Erfolg in bewertungsfreien Lernbereichen erfahren können. An unserer Schule werden zur Zeit folgende AGs angeboten:

  • Französisch-AG für die Klassen 2 – 4
  • Wald und Natur- AG
  • Basketball-AG
  • Streitschlichter-AG
  • AGs der OGS (siehe unter OGS)

Besichtigungen und Ausflüge

Das Aufsuchen außerschulischer Lernorte halten wir für sehr wichtig. Es wird von den Kindern mit viel Neugier und Interesse aufgenommen, z.B. der Besuch in einer ortsnahen Bäckerei, Gärtnerei, Stadtbücherei, Rathaus, Klärwerk, Judenfriedhof, Kirchen sowie die Erkundung unseres Lebensraumes in Unterrichtsgängen: Annabildchen, Wegekreuz, naher Wald, der Rhein und schließlich der Gang durch die alten Honschaften (Ortskerne) von Bad Honnef.

Wandertage werden von den Klassen einzeln oder zu zweit durchgeführt meist mit Zielen in unserer näheren Umgebung: vom Eifelblick über den Wildpark Rolandseck bis zu Gipfelbesteigungen ausgesuchter Berge des Siebengebirges.

Mehrtägige Klassenfahrten werden häufig im 3. oder 4.Schuljahr durchgeführt.

Zusätzliche Fahrten beispielsweise zum Siebengebirgsmuseum in Königswinter oder zu verschiedenen Museen in Bonn planen die Klassen jeweils eigenverantwortlich.