Vor der Einschulung:

Bevor Lucy in die Schule kommt, muss sie erst einmal von ihren Eltern angemeldet werden. Das findet zu bestimmten Terminen im November bei der Schulleiterin oder der Konrektorin statt. Natürlich ist Lucy ganz schön aufgeregt, als sie das erste Mal das Schulgebäude betritt und ins Büro kommt. Das brauchte sie aber gar nicht zu sein, denn das Gespräch mit Frau Köppen oder Frau Strotmann ist ganz locker, und Lucy darf sogar ein Bild  malen und etwas erzählen. Nachdem  die Eltern ein paar Formulare ausgefüllt haben, ist die Anmeldung auch schon geschafft: Lucy wird nach den Sommerferien in die Schule gehen, super!!!

Kurz nach der Anmeldung soll Lucy auch noch zu einer Untersuchung beim Schularzt. „Aber ich war doch schon bei der U9 beim Kinderarzt, das reicht doch wohl“, meint Lucy. Reicht nicht, denn beim Schularzt werden bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten spielerisch überprüft, um eventuelle Auffälligkeiten schon vor der Schule in den Griff zu bekommen (wie z.B. eine logopädische Behandlung bei Sprachauffälligkeiten o. ä.). Aber auch diese Untersuchung ist halb so wild und Lucy verlässt erleichtert das Gesundheitsamt in Siegburg. „Jetzt komme ich nur noch zum Schnuppern in die Schule“, denkt Lucy.

Denn im Frühjahr darf sie mit ihren Erzieherinnen und anderen Vorschulkindern zweimal in der Schule schnuppern und am richtigen Unterricht verschiedener Klassen teilnehmen. Das findet sie klasse, denn andere Vorschulkinder sind mit dabei. Vorher kommt sie aber noch im Dezember zu einem Unterrichtsspiel in die Schule. Dort kann sie zeigen, was sie schon kann.

 

Die Einschulung

Endlich ist es soweit! Mit einer riesigen Schultüte und ihrem neuen Schulranzen gerüstet geht Lucy am 2. Tag nach den Sommerferien mit ihren Eltern, Oma, Opa und ihrer Patentante zur Kirche. Ja, ihr habt richtig gehört – zur Kirche. Denn vor ihrer ersten Schulstunde wird der Einschulungsgottesdienst gefeiert in der St. Martin Kirche gegenüber der Schule. Nach dem relativ kurzen Gottesdienst, zu dem die 2. Klassen besonders für die Einschulungskinder etwas vorbereitet haben, geht Lucy mit Herzklopfen in die große Aula der St.Martinus-Schule. „In welche Klasse werde ich wohl kommen und wer aus dem Kindergarten geht mit in meine Klasse?“, überlegt sie, während sie in der ersten Reihe bei den anderen Schulneulingen Platz nimmt. Nachdem die „alten ersten Klassen“ ein Lied vorgesungen haben und Frau Köppen als Schulleiterin die künftigen Erstklässler begrüßt hat, werden endlich die Klassen aufgerufen. Als die Sternen-Klasse dran ist, hört Lucy ihren Namen. Zögernd steht sie auf und stellt sich mit ihrem Tornister zu den anderen – ihre Schultüte bleibt solange bei Mama. Zusammen gehen sie in ihre neue Klasse und ihre Lehrerin lacht so freundlich, dass Lucy ihre Aufregung fast ganz vergisst. Schnell sucht sie sich einen Platz neben ihrer besten Freundin und wartet gespannt auf die erste Schulstunde, die so schnell um ist, dass Lucy noch nicht mal Zeit hatte, ihre Schultasche zu inspizieren. Und das Beste: Sie hat schon Hausaufgaben auf!!!  „Und“, fragt Mama, die in der Aula noch wichtige Informationen bei Kaffee und Kuchen bekommen hat, „wie war es?“ „Spitze, wir haben schon ein Wort zu schreiben gelernt!“, antwortet Lucy, „Und bald kann ich schon ganz viel schreiben, wie die Großen!“

Die erste Schulwoche:

Nun geht Lucy also jeden Tag in die Schule – nicht mehr zu den Kleinen in den Kindergarten. Jeden Tag hat sie von 8.00-11.30Uhr Unterricht. In der ersten Woche wird sie noch gebracht, obwohl sie doch den Schulweg extra geübt haben. „Das ist gar nicht schlecht“, denkt Lucy, „dann muss ich meine schwere Schultasche nicht alleine tragen.“ Aber nach ein paar Tagen ist die gar nicht mehr so schwer, denn sie hat ein eigenes Fach in der Schule, wo sie alle ihre Sachen unterbringen kann. Auch der Unterricht ist spitze: beim  Schellen um 7.55Uhr müssen sich alle aus der Sternenklasse in einer Zweierreihe aufstellen und werden von ihrer Lehrerin hereingeholt. In der Klasse beginnen sie den Tag dann ganz entspannt mit einem Lied, Spiel, Erzählen…… und dann geht´s los: Bis 9.30 Uhr lernen sie schon richtig schreiben und rechnen. Das ist ganz schön anstrengend, deswegen gehen sie zwischendurch mal kurz in den kleinen Garten, auf den Schulhof oder machen ein Spiel. Um 9.30 Uhr ist dann Frühstückspause und jeder holt seine Brotdose mit gesundem Frühstück und ein Getränk heraus. Nach der Frühstückspause ist  um 9.40 Uhr Hofpause. Da ist was los! Lucy weiß gar nicht, wo sie spielen soll. Zum Glück hat sie ein Patenkind aus einer höheren Klasse, das sich anfangs um sie  kümmert. Mit einer erfahrenen Schülerin ist die Pause richtig toll. Als es um 10.00 Uhr gongt, müssen sich die Sterne wieder aufstellen und werden bald reingeholt. Zum Glück darf Lucy dann nochmal kurz frühstücken, denn ihre Dose ist noch gar nicht leer. Gestern hatten sie Sport in der Menzenberger Halle, und heute  basteln sie in der 3. und 4. Stunde. Schnell ist die erste Schulwoche um und Lucy hat schon eine ganze Menge gelernt. Aber das Beste: Schule ist richtig lustig, und Lucy hat sogar schon einige Freunde gefunden.

 

Das erste Schuljahr

Mittlerweile fühlt Lucy sich in der Schule schon richtig zu Hause.  Manchmal hat sie sogar schon bis 12.30Uhr Schule; denn sie darf neben Lesen, Schreiben und Rechnen nun auch Englisch lernen.  Durch den längeren Unterricht  erlebt sie sogar noch eine 2. Pause von 11.30-11.45 Uhr auf dem Schulhof, wo sie mit Pedalos fährt, Seilchen springt oder an der Turnstange klettert.

Öfter treffen sich  alle Kinder der Schule in der Aula, um zusammen zu singen oder zu feiern, und manchmal lernt die Sternen-Klasse sogar mit der Patenklasse zusammen- toll! Außerdem kann Lucy nun schon selbst mit der Anlauttabelle etwas schreiben, und Rechnen klappt schon bis 10 und bald auch bis 20. Wer hätte das gedacht? „Schule ist super!“, sagt Lucy, „und das bisschen Hausaufgaben ist auch okay, auch wenn das manchmal etwas nervig ist!

Die weiteren Schuljahre

In der zweiten Klasse geht Lucy dann alle zwei Wochen immer mittwochs in den Gottesdienst. Außerdem lernt Lucy noch einiges mehr: die Schreibschrift, Rechnen bis 100, das Einmaleins usw. –  alles ohne Noten. Die kommen  erst im dritten Schuljahr. Dann bekommt Lucy  zwei Zeugnisse im Jahr – mit Text und Noten. Vielleicht fährt sie hier auch schon ein paar Tage in die Jugendherberge,bestimmt aber im 4.Schuljahr. Da muss sie dann  nach langem Radfahrtraining ihre Fahrrad-Prüfung bestehen. Der nette Polizist hilft dabei!  Im vierten Schuljahr zu sein, bedeutet aber auch, dass die Grundschulzeit  langsam zu Ende geht. Lucy wird vor den Sommerferien mit einer großen Feier von der St.-Martinus-Grundschule verabschiedet. Nun wird sie an einer weiterführenden Schule ihren Lernweg managen. „Ob das wohl genauso locker läuft wie hier?“, fragt sie sich. Bestimmt Lucy, weiter so!