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Unterrichtskonzepte

Während der Grundschulzeit sollen die Kinder tragfähige Grundlagen in den Bereichen Lesen, Schreiben und Rechnen erlangen sowie sogenannte Schlüssel-kompetenzen entwickeln, d.h. Techniken einüben, wie man effektiv und gut lernt. Daher wird ein Großteil des Unterrichts auf die Lernbereiche Deutsch und Mathematik verwandt, die allerdings häufig nach fächerübergreifenden Prinzipien mit anderen Lernbereichen verknüpft sind.

Der konfessionellen Bekenntnisschule entsprechend, wird das Fach kath. Religion in viele Unterrichtssequenzen miteinbezogen.

1. Religionsunterricht

Eine Konfessionsschule, die sich vom leuchtenden Vorbild des Martin von Tours inspirieren lässt, bietet für die Entfaltung des Religionsunterrichts als Träger schulischer Spiritualität eine sehr lebensnahe Grundlage. Ausgehend vom Beispiel unseres Namenspatrons wollen wir das Wort „RELIGION“ didaktisch buchstabieren und in unserem Religionsunterricht lebendig werden lassen:

R wie Rückbindung

Der Religionsunterricht schafft Raum für Bindungen und Beziehungen:

  • die Beziehung des Lehrenden zu sich selbst und zu seinem Fach: Das Geheimnis guten Lehrens ist immer das persönliche Ergriffensein von der Sache.
  • die Beziehung zwischen Lehrenden und Kindern: Wem es um das Kind geht, dem geht es um den ganzen Menschen.
  • die Beziehung zwischen Kind und Sache: Religionsunterricht ist Erfahrungsunterricht.

E wie Entdeckung:

Die Kinder sollen die Dinge selbst entdecken und sinnenhaft, erzählend, spielend, tanzend und gestaltend ausdrücken und verarbeiten.

L wie Lernfreude:

Der Religionsunterricht soll zum guten und freudigen Lernen verlocken.

G wie Gegenwärtigkeit:

Religionsunterricht zeigt den Schülerinnen und Schülern: Das ist für dich geschrieben, gemalt, gesprochen. Darin kommst du vor mit deinem eigenen Leben.

I wie innere Einkehr:

„Schule“ heißt übersetzt „Muße“ und meint einen Ort der Hingabe an das, was zu sehen, zu hören, zu sprechen und zu empfinden ist. Der Religionsunterricht hilft Unterbrechungen der permanenten Eindrücke und Beschäftigungen zu schaffen und Räume zu öffnen für die eigene innere Welt.

O wie Offenheit:

Der Religionsunterricht öffnet sich dem Leben und Lernen der Kinder auf verschiedene Weise:

  • Öffnung der Lernformen: Religiöses Lernen ist Lernen mit Kopf, Herz und Hand
  • Öffnung der Lernräume: Religiöses Lernen ist Lernen vor Ort und das Aufbrechen räumlicher Lernbegrenzung.
  • Öffnung der Lerngruppen: Der Religionsunterricht lebt ein geschwisterliches Modell des Miteinanders von Kulturen und Religionen.

N wie Nachbarschaft:

Der Religionsunterricht baut ein Haus für alle und bietet jedem Wohnung. Er zeigt Offenheit für andere Kulturen, Religionen und Konfessionen und sucht Zeiten für die gemeinsame Feier und das Gespräch.

Ausgangspunkt für den Religionsunterricht an unserer Schule ist der Schulalltag mit seinen komplexen Anforderungen, aber auch mit seinen vielen Möglichkeiten und Chancen. In diesem Alltag kann der Religionsunterricht ein inneres Zentrum fördern, aus dessen Mitte heraus gehandelt wird und die spirituelle Dimension unserer Wirklichkeit spürbar werden lässt:

2. Deutsch

2.1. Lernbereich Lesen

Als wichtigen Arbeitsschwerpunkt in der Sprache betrachten wir die Entwicklung von Lesemotivation und Literaturerziehung, die die zu der Kompetenz führt, sinnentnehmend und sicher zu lesen:

Zur Prophylaxe setzen wir im Erstleseunterricht Lautgebärden bei allen Schülern ein, um den Lese-Lernvorgang sinnenhaft zu unterstützen und damit Freude, leichte Erfolgserlebnisse und einfache Prägnanz zu gewährleisten.

2.2. Lernbereich Schreiben

Im Anfangsunterricht beginnen die Kinder mit der Druckschrift, als Lese- und Schreibausgangsschrift, da diese einfacher zu erlernen ist und die Schülerinnen und Schüler in ihrer Umwelt häufig mit gedruckten Texten umgehen.

Als verbundene Schrift wird anschließend die lateinische Ausgangsschrift eingeführt.

Zentral ist heute die Entwicklung eines Rechtschreibgespürs und die sichere Anwendung von Rechtschreib-Strategien, sowie das Einüben eines Grundwortschatzes, der sich aus Gebrauchswörtern der Schüler und Modellwörtern zusammensetzt. Der Gebrauchswortschatz entwickelt sich aus dem Sprechen der Kinder über Sachthemen oder Texte; Modellwörter bieten das Erarbeiten von orthographischen und morphemischen Strategien.

Von Anfang an ist es uns ein besonderes Anliegen, die Schüler zur Freude an der Gestaltung eigener Texte anzuleiten und diese überarbeiten und präsentieren zu lernen.

3. Mathematik

Ein am Kind und seiner unmittelbaren Umwelt orientierter Mathematikunterricht stellt das aktiv entdeckende Lernen in den Vordergrund. Dabei gilt es, in allen mathematischen Bereichen (Arithmetik, Geometrie und Sachrechnen) unterschiedlichste Lösungswege der Kinder zu beachten und zu fördern, d.h. die Wege zum erstrebten Ziel zu beachten und bei Fehleranalysen an diesen Stellen besonders anzusetzen.

Zur Unterstützung bzw. Vorbeugung von Dyskalkulie (Rechenschwäche) legen wir im Anfangsunterricht einen besonderen Schwerpunkt auf das Training von Simultanerfassung, damit die Kinder vom Zählen zum Mengenbegriff und zum Rechnen gelangen.

4. Sachunterricht

Im Sachunterricht lernen die Kinder ihre Lebensumwelt kennen und verstehen. Was sie an Erfahrungen und Wissen mitbringen, wird im Unterricht aufgenommen, geordnet und systematisiert. Dabei bemühen wir uns, das Interesse der Kinder auch für solche Fragen, Probleme und Aufgaben zu wecken, mit denen sie bisher nicht in Berührung gekommen sind. Beispielhaft sind folgende Themen zu nennen: gesunde Ernährung, umweltbewusstes Verhalten, Verkehrserziehung, der menschliche Körper, Tiere, Wärme, Licht und Feuer, Wasser, Luft und Schall, Bauwerke und Fahrzeuge, die Geschichte des Heimatortes usw.

Viele Inhalte ziehen sich nach dem Spiralprinzip durch alle 4 Schuljahre, mit unterschiedlicher thematischer Ausrichtung. Hier sind z. B. die Schwerpunkte der Verkehrserziehung in Zusammenarbeit mit der Polizei zu nennen: das Schulwegtraining im 1. Schuljahr, Radfahrtraining und Sicherheitsparcours des ADAC auf dem Schulhof in der 2. und 3. Klasse sowie die Radfahrausbildung im 4. Schuljahr mit anschließender Radfahrprüfung.

5. Englischunterricht

Der Umgang mit einer fremden Sprache zählt heute zu den notwendigen Kulturtechniken. Ab Februar 2009 wir von der ersten Klasse an (Start im 2. Halbjahr der 1. Klasse) das Fach Englisch verpflichtend unterrichtet, um die Kinder frühzeitig in den Gebrauch einer fremden Sprache einzuführen. Ziel des Englischunterrichts ist es, den Kindern sprachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, elementare englische Äußerungen zu verstehen, selbst zu produzieren – und vor allem Freude daran zu haben. Dabei erfahren sie, dass die englische Sprache ein wichtiges Medium zur Kommunikation zwischen Menschen unterschiedlicher Kulturen ist.

Grundsätzlich wird der Englischunterricht der Grundschule in spielerischer Form gestaltet. Am Ende des 3. Schuljahres haben die Kinder ihre Fähigkeit des Hörverstehens immer wieder geübt und verfügen über einen grundlegenden Wortschatz. Im 4. Schuljahr wird das Gelernte gefestigt und erweitert sowie der Umgang mit der geschriebenen Sprache verstärkt und geschult.

6. Musikunterricht

Jegliches musikalische Tun setzt die Fähigkeit zu einem sensiblen und unterscheidungsfähigen Hören voraus.

Unser akustischer Sinn, der bereits in der 16. Schwangerschaftswoche so weit ausgebildet ist, dass er Informationen aufnehmen, umwandeln und weiterleiten kann, ist der sensibelste menschliche Wahrnehmungsbereich. In der heutigen Zeit ist er besonders belastet durch unsere von akustischen Reizen überflutete Umwelt. Dadurch erfolgt eine emotionale, mentale und physiologische Reizüberflutung, die zu Konzentrationsmangel, Passivität, Lustlosigkeit und bereits im Kindes- und Jugendalter zu nicht unerheblichen Gehörschäden führt. Eine bewusste und kreative musikalische Erziehung, die das differenzierte Hören im gemeinsamen Singen und Musizieren fördert, kann diesen Auswirkungen vorbeugen.

Neben der Schulung des Hörens ist es für das Kind besonders wichtig, sich spontan aktiv musikalisch auszudrücken und sich im gemeinsamen Singen und Musizieren intensiv zu erfahren., z.B. in folgenden grundlegenden Bereichen:

  • Gemeinsames Singen und Musizieren im Klassenverband und in der Schulgemeinschaft

  • Umgang mit der Stimme

  • Umgang mit Instrumenten

  • Musik umsetzen

  • Werkverständnis

Eine Erweiterung der musischen Erziehung in unserer Schule findet durch das Angebot verschiedener Arbeitsgemeinschaften und Projekte statt, das wir noch weiter ausbauen wollen:

  • Flöten-AG
  • Theater-AG (demnächst)
  • Chor-AG (demnächst)
  • Zusammenarbeit mit der städt. Musikschule
  • Projekt "Singpause" (siehe unter "Aktuelles", Projekte

7. Unterrichtsmethoden

Unser Unterricht orientiert sich stets am Kind und seiner Umwelt. Dabei berücksichtigen wir unterschiedliche Lernformen und - methoden nach den Prinzipien des offenen Unterrichts, wie z. B. Wochenplan, Stationenlernen, Werkstätten, Projekte und Freiarbeit sowie fächer- und jahrgangsübergreifendes Arbeiten. Eine wesentliche Voraussetzung sind in diesem Zusammenhang für anschauliches und lebensnahes Lernen außerschulische Lernorte. Viele ehrenamtlich engagierte Experten bereichern unser Schulleben zu den verschiedensten Themen mit Vorträgen, AGs usw. (z.B. über das Leben einheimischer Tiere, Wald-AG, usw.)

Dabei ist unsere Schule ein Ort des Miteinander-Lebens und -Lernens. Besonders sensibilisieren und stärken wir die Kindern in Partner- und Gruppenarbeit für ein faires, authentisches soziales Miteinander-Umgehen.

8. Förderunterricht

In unserer Schule ist es selbstverständlich, dass wir sowohl die Stärken als auch die Schwächen unserer Kinder differenziert diagnostizieren und eine spezifische Unterstützung und Förderung gewährleisten, damit ihre spontane Freude am Lernen erhalten bleibt oder wieder geweckt wird:

  • innere Differenzierung im Klassenverband: quantitativ und qualitativ unterschiedliche Aufgabenstellungen, ermutigende Korrektur der erledigten Aufgaben, Rechtschreib- und Mathematik-Förderprogramme
  • Freiarbeitsmaterialien (wie z.B. Logico, Lük, Montessori-Perlenmaterial, verschiedene Materialien zur Erfassung des Zahlenraums und zur Sprachförderung)
  • äußere Differenzierung durch Einzel- oder Kleingruppenförderung, besonders in der flexiblen Eingangsphase in Ergänzung des Lehrers durch eine Sozialpädagogin

Im Bedarfsfall bemühen wir uns, um die Vermittlung außerschulischer Fördermaßnahmen.

9. Bewertung

Grundlage der Bewertungen sind die verbindlichen Anforderungen, welche die Richtlinien und Lehrpläne für die einzelnen Fächer vorgeben. Die Bewertung der Leistungen und des Arbeits- und Sozialverhaltens wird in verbaler und/oder in Form von Noten erteilt. Im ersten Schuljahr erhalten die Kinder am Ende des Jahres ausschließlich eine verbale Beurteilung. Im zweiten und dritten Schuljahr werden ihre Leistungen und ihr Arbeits- und Sozialverhalten zum Halbjahr und zum Ende des Schuljahres mit einer Beschreibung und mit Noten bewertet. Im vierten Schuljahr bekommen die Schülerinnen und Schüler Ende Januar und im Sommer ein reines Notenzeugnis. Die Bewertung bezieht sich auf Aspekte des Arbeits- und Sozialverhaltens und auf mündliche, schriftliche und praktische Leistungen der Kinder. Sie bezieht sich darüber hinaus auch auf selbstinitiierte Tätigkeiten und den Einsatz in gemeinsamen Aktivitäten für die Schule, auch mit anderen Schülerinnen und Schülern zusammen.

Bei der Leistungsbewertung der Schülerinnen und Schüler nutzen wir auf der einen Seite die anspornende Wirkung des Vergleichens - auf der anderen Seite bewahren wir uns eine Sensibilität für die Einzigartigkeit jedes Kindes und seiner individuellen Begabungsstruktur, damit die Gesellschaft von morgen neben einem angemessenen Konkurrenzdenken auch über ein ausgeprägtes Kooperationsverhalten verfügt.

10. Beratung und Entscheidung

Schulische Beratung über das Lern- und Arbeitsverhalten und den Leistungsstand der Schülerinnen und Schüler findet in den halbjährigen Beratungswochen sowie in Einzelgesprächen je nach Bedarf in den Sprechstunden der LehrerInnen statt. Bei Bedarf wird die Beratung durch den Schulpsychologischen Dienst und/oder die Familienberatungsstelle des Jugendamtes Bad Honnef unterstützt und ergänzt.

Beratungsgespräche im 4. Schuljahr

Bereits im 1. Halbjahr des 4. Schuljahres zwischen den Herbstferien und den Weihnachtsferien finden die Beratungsgespräche für die weiterführenden Schulen statt.

Wir legen viel Wert darauf, dass die Beratungsgespräche für alle Beteiligten zufriedenstellend verlaufen und zu einer guten und förderlichen Entscheidung für das Kind führen.

11. Arbeitsgemeinschaften und weitere Angebote

Arbeitsgemeinschaften schaffen ein vielfältiges Interessenangebot, damit die Kinder entsprechend ihren Neigungen Freude und Erfolg in bewertungsfreien Lernbereichen erfahren können. An unserer Schule werden zur Zeit folgende AGs angeboten:

  • Französisch-AG
  • Wald und Natur- AG
  • Basketball-AG
  • Flöten-AG
  • Sportförder-AG
  • Streitschlichter-AG
  • Theater-AG(demnächst)
  • Chor-AG (demnächst)
  • AGs der OGS (siehe dort) !

Besichtigungen und Ausflüge

Das Aufsuchen außerschulischer Lernorte halten wir für sehr wichtig. Es wird von den Kindern mit viel Neugier und Interesse aufgenommen, z.B. der Besuch in einer ortsnahen Bäckerei, Gärtnerei, Stadtbücherei, Rathaus, Klärwerk, Judenfriedhof, Kirchen sowie die Erkundung unseres Lebensraumes in Unterrichtsgängen: Annabildchen, Wegekreuz, naher Wald, der Rhein und schließlich der Gang durch die alten Honschaften (Ortskerne) von Bad Honnef.

Wandertage werden von den Klassen einzeln oder zu zweit durchgeführt meist mit Zielen in unserer näheren Umgebung: vom Eifelblick über den Wildpark Rolandseck bis zu Gipfelbesteigungen ausgesuchter Berge des Siebengebirges.

Zum Abschluss des dritten Schuljahres werden vom Förderverein eine halbtägige Busfahrt und zum Abschluß des vierten Schuljahres eine ganztägige Busfahrt finanziert. Die Ziele werden im Unterricht durch Projektarbeit intensiv vorbereitet und die Erfahrungen ausgiebig ausgewertet.

Mehrtägige Klassenfahrten werden häufig im 3. oder 4.Schuljahr durchgeführt.

Zusätzliche Fahrten beispielsweise zum Siebengebirgsmuseum in Königswinter oder zum Landesmuseum in Bonn planen die Klassen jeweils eigenverantwortlich.